Kauflust hat sich in zehn Jahren halbiert
Eindeutiges Resultat der Aral-Studie "Trends beim Autokauf 2009": Immer weniger planen einen Neuwagenkauf. Doch die Kaufunlust trifft nicht alle Marken mit gleicher Härte.
Foto: djd/interPress/Aral(rgz-p/iPr). Ein gesättigter Markt, Wirtschaftskrise und das Auslaufen der Abwrackprämie: Die Liste der Gründe, die derzeit gegen einen Autokauf sprechen, ist lang.
Entsprechend wollen sich nur noch 18 Prozent der Befragten in den nächsten 18 Monaten einen Neuwagen oder Gebrauchten zulegen. Vor zehn Jahren lag dieser Wert noch bei 34 Prozent. Das ist ein zentrales Ergebnis der neuen Aral Studie „Trends beim Autokauf 2009“. Bereits zum vierten Mal untersuchte Aral in einer repräsentativen Umfrage das Kaufverhalten der deutschen Autofahrer. Die Ergebnisse zeigen, dass die Automobilindustrie die Krise noch nicht überwunden hat. Doch nicht alle Marken sind gleichermaßen betroffen. Und die Befragung belegt auch, dass sich der tief greifende Wandel bei der Bezahlung von Autos fortsetzt und Elektroautos den Status als Hoffnungsträger verlieren könnten. Hier die wichtigsten Ergebnisse der neuen Aral Studie im Überblick:
Die Kaufneigung
Kein Licht am Ende des Tunnels: In den kommenden 18 Monaten ist nicht mit mehr Kauflust zu rechnen. Seit Erstauflage der Studie im Jahr 2003 verringerte sich die Kaufneigung sogar kontinuierlich. Vor sechs Jahren hatten noch 24 Prozent der Befragten Kaufpläne – inzwischen nur 18 Prozent. Noch drastischer ist der Unterschied im Zehn-Jahres-Vergleich: 1999 wollte sich noch jeder dritte Autofahrer ein anderes Gefährt zulegen. Gründe für die stark abnehmende Kauflust sind das Auslaufen der Abwrackprämie (viele haben den geplanten Kauf vorgezogen) und die längere Haltedauer.
Die Markenwahl
Im Vergleich zu anderen Marken kann VW zuversichtlich den nächsten 18 Monaten entgegen gehen. Die Wolfsburger verteidigten bei potenziellen Käufern nicht nur ihre Führungsrolle, sondern bauten den Vorsprung noch aus. 22 Prozent der Befragten (zwei Prozentpunkte mehr als 2007) wollen beim nächsten Kauf zu einem VW-Modell greifen.
Auf den Branchenprimus folgt – mit großem Abstand – ein breites Mittelfeld. Jeweils acht Prozent der Studienteilnehmer haben einen Opel oder Mercedes-Benz auf dem Einkaufszettel. Während Mercedes damit ein leichtes Plus verbucht, bedeutet dies für Opel einen Rückgang von zwei Prozentpunkten. Auch Audi und BMW verzeichnen ein sinkendes Kaufinteresse. Gegenüber 2007 sank dies für Audi von neun auf sechs, bei BMW von acht auf sechs Prozent. Dagegen verbucht Ford ein leichtes Plus um einen Prozentpunkt auf nunmehr sechs Prozent.
Die Elektroautos
Im Rahmen der Studie wurde erstmals ein Meinungsbild zum Elektroauto erhoben. Derzeit wird der Batterieantrieb als Hoffnungsträger gehandelt, doch dem Elektroauto droht ein klassischer Fehlstart, vielleicht sogar ein längerfristiges Nischendasein. Die Aral-Studie belegt eindeutig, dass potenzielle Käufer keinerlei Einschränkungen bei der Alltagstauglichkeit akzeptieren. Den Kauf können sich nur 36 Prozent der Befragten vorstellen. 77 Prozent akzeptieren nur einen Aufpreis bis 2.000 Euro im Vergleich zu konventionellen Antrieben. Gegen einen raschen Durchbruch der Elektromobile sprechen auch die Ansprüche an Mindestreichweiten: Für fast drei Viertel der Kaufinteressenten sind 300 Kilometer oder mehr pro Ladevorgang eine Mindestvoraussetzung. Somit droht dem Elektroauto ein ähnliches Schicksal wie Erdgasmodellen: Ihr Potenzial zur Emissionsvermeidung ist ebenfalls unbestritten, doch Einbußen bei der Reichweite und ein dünnes Tankstellennetz haben den Durchbruch bislang verhindert.
Die Finanzierung
Beim Autokauf sind Barzahler inzwischen eine bedrohte Spezies. Vor sechs Jahren wollten noch knapp zwei Drittel der Befragten ihren Neuen direkt bezahlen. Dieser Anteil hat sich auf 32 Prozent halbiert. Von dieser Entwicklung profitieren vor allem Finanzierungsangebote. Deren Anteil stieg von 11 Prozent im Jahr 2003 auf aktuell 52 Prozent. Auf Talfahrt befindet sich Leasing: Vom Höchstwert aus der 2005er Studie fiel der Anteil von 17 auf 6 Prozent.
Fazit: Die Autohersteller sind nun gefragt, auf diese Trends einzugehen. Wenn sie umweltfreundliche, emotionale und vor allem bezahlbare Fahrzeuge auf den Markt bringen, dann dürfte d
